Gewählte Kandidaten für den Rat der Gemeinde Ahnsen

   

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Mitglieder der SPD Fraktion im Rat der Gemeinde Ahnsen, setzen sich  dafür ein, dass sich die Menschen in ihrer Gemeinde wohl fühlen. Bei allen Entscheidungen der kommenden Jahre orientieren wir uns weiterhin an den Bedürfnissen und aktuellen Themen, die die Menschen in Ihrer Heimatgemeinde bewegen. Wir wollen eine lebendige Bürgergemeinschaft mit einem generationsübergreifenden Miteinander.

 

 

SPD Fraktion im Rat der Gemeinde Ahnsen

 

 

Klaus Hartmann

Bürgermeister

 

 

Wolfgang Faulhaber

Fraktionsvorsitzender

 

Manfred Winkelhake

2. Stellv. Bürgermeister

 

 

K. H. Kauffeld

 

 

 

Volker Wiehe

Stellv. Fraktionsvorsitzender

 

Rüdiger Piel

 

 

Fritz Bülte

 

 

Quelle: Schaumburger Zeitung.de
 
Ahnsen / Bürgermeister-Interview

 

„Die Spaltung des Dorfes macht mir Bauchweh“

Ahnsen. Entscheidet das Gericht gegen das Begehren der Bürgerinitiative, steht das neue Jahr ganz im Zeichen des Baus eines Klinikums an der Grenze der Gemeinde. Der „Frontmann“, der zwischen Gegnern und Befürwortern moderieren und noch dazu Schaden vom Dorf abwenden muss, ist Klaus Hartmann. Redakteur Dr. Thomas Wünsche hat mit dem Ahnser Bürgermeister gesprochen.
 
Herr Hartmann, Sie treten als Nachfolger von Bürgermeister Heinz Grabbe in für die Gemeinde bewegten, schwierigen Zeiten in große Fußstapfen. Und Sie sind noch dazu voll berufstätig. Warum tun Sie sich das an?

Zum einen, weil ich seit zehn Jahren im Rat bin, mich in Ahnsen sehr wohl fühle und mich für das Dorf einsetzen will. Die Bürger haben mir am 11. September 2011 ihr Vertrauen ausgesprochen; ich habe für die SPD die meisten Stimmen geholt und sehe mich jetzt in der Pflicht. Im Arbeitskreis „Erschließung Klinikum“ habe ich bereits zwischen Mitte Januar 2011 und Ende März 2011 gezeigt, dass ich in der Lage bin, ein Team zu führen, denn als solches sehe ich den Gemeinderat an. Ahnsen braucht einen aktiven Bürgermeister, auch wenn alles eines Tages auf größere Einheiten zusteuert. Mein Vorgänger Heinz Grabbe war noch Bürgermeister und Gemeindedirektor in Personalunion. Um den Arbeitsaufwand zu reduzieren, haben wir das Amt nun aber gesplittet; wenn man heutzutage berufstätig ist, kann man beides meines Erachtens nach nicht mehr alleine wuppen; der Zeitaufwand, den der Verwaltungskram verschlingt, ist deutlich größer als früher geworden.

Sie sind zwar Mitglied der SPD-Fraktion, haben aber kein Parteibuch. War diese Liaison ein Zufallsprodukt? Könnten Sie also ebenso gut auf der Bank von CDU-Fraktionschef Carsten Borrmann sitzen?

Theoretisch ja, praktisch nein. Ich bin schon immer Sympathisant der SPD gewesen und war zwischendurch auch mal Parteimitglied, habe mein Parteibuch aber dann aus persönlichen Gründen zurückgegeben. Gleichwohl stehe ich der SPD noch immer nahe. Das hält mich aber nicht davon ab, mich im Rat als neutraler Mittler zu sehen.

Wie ist die aktuelle Kassenlage des Dorfes – und wie wird sie sich im Laufe des Jahres 2012 voraussichtlich entwickeln?

Die Kassenlage ist zurzeit gut. Ahnsen ist dank der ausgezeichneten Arbeit von Heinz Grabbe frei von Schulden; das soll auch künftig so bleiben. Wir haben aktuell eine Rücklage von etwa 360 000 Euro. Diese Rücklage werden wir aber nur ganz behutsam antasten, denn wir werden ja mit dem Ausbau der L 451 inklusive Radweg nach Vehlen belastet werden – voraussichtlich in einer Höhe von etwas mehr als 200 000 Euro. Ganz genau wissen wir das noch nicht. Dennoch wird die Rücklage bis Ende 2012 tendenziell ein wenig schrumpfen, denn wir wollen ja auch noch etwas investieren.

Wenn Sie ins neue Jahr blicken: Was macht Ihnen persönlich bezogen auf Ahnsen am meisten Bauchweh?

Das habe ich persönlich bei der Spaltung des Dorfes in Sachen Klinikum. Genauer, angesichts des Unfriedens, der von außen in unsere tolle Gemeinschaft hereingetragen wurde. Zwar ist diese Gemeinschaft im Großen und Ganzen nach wie vor intakt, es gibt jedoch leider einige Gräben. Die wollen wir im Rat durch eine vernünftige Öffentlichkeitsarbeit und Information der Bürger schließen. Magenschmerzen macht mir aber auch die Erschließung der Baustelle; das ist der Part, der uns Ahnser im Zuge des Planfeststellungsverfahrens noch betrifft.

Sie sagen es: Die Kontroverse um den Neubau eines Klinikums hat im Dorf tiefe Gräben zwischen Befürwortern und Gegnern gerissen. Wie ist die derzeitige Stimmung unter den Einwohnern?

Nach außen hin sieht es oft so aus, als würden alle Ahnser gegen den Standort des Klinikums sein. Dem ist nicht so. Es hat ja nie eine Befragung gegeben: Wer ist für das Klinikum, respektive den ins Auge gefassten Standort? Laute Stimmen sind von den Gegnern gekommen, noch nicht mal leise Stimmen von den Befürwortern. 330 Ahnser Bürger haben damals die Petition gegen den Standort unterschrieben; es ist aber nie abgefragt worden, wie viele der 1161 Ahnser dafür sind. Wir haben 960 Wahlberechtigte. Das heißt also, ein gutes Drittel ist dagegen – aber was ist mit den anderen zwei Dritteln? Diese Frage ist nie gestellt worden.

Der Ahnser Rat hat sich niemals per Beschluss geschlossen für oder gegen den Standort des Klinikums positioniert; es gab nur Einzelstimmen. Wir haben nur gesagt: Wir machen die Bauleitplanung. Im Januar 2011 sind wir in diese Planung eingestiegen, haben sie dann im Juli 2011 in die Planfeststellung revidiert. Diesen Schachzug haben wir bewusst gewählt, weil wir im Rat von Anfang an der Auffassung waren, dass wir auf die Bauleitplanung keinen so großen Einfluss gehabt hätten. Wir brauchten diese sechs Monate, um unsere Hausaufgaben zu machen, die Ausarbeitungen im Arbeitskreis abzuschließen und mit dem Landkreis in die Verhandlungen einzutreten. Ich bin überzeugt: Hätten wir gleich im Januar 2011 Nein gesagt und mit Mehrheitsbeschluss im Rat auf Planfeststellung gedrängt, hätten wir das jetzige Ergebnis nicht erzielen können.

Was möchten Sie als Bürgermeister den Ahnsern mit Blick aufs geplante Klinikum sagen?

Die Gemeinde Ahnsen entscheidet weder über das Klinikum noch über den Standort; das kann man nicht genug betonen. Das (Beckmann-)Gutachten der Bürgerinitiative steht dem Gutachten des Landkreises gegenüber. Sollte die Bürgerinitiative mit ihrem berechtigten Einspruch per Gerichtsbescheid gewinnen, liegt die Wahrscheinlichkeit bei mehr als 90 Prozent, dass es dann im Landkreis Schaumburg mindestens in den kommenden fünf Jahren überhaupt kein Klinikum geben wird. Denn mit dem Gutachten wäre der Standort Obernkirchen hinfällig – und zwar alle Alternativstandorte eingeschlossen. Das wiederum würde bedeuten, dass der Landkreis seine Versorgungspflicht nicht erfüllen könnte. Die medizinische Versorgung würde also nicht besser werden; ob sie schlechter würde, lasse ich dahin gestellt. Da sollte jeder Ahnser mal drüber nachdenken.

Dass der ins Auge gefasste Standort vielleicht nicht ganz glücklich gewählt ist, das sehen viele von uns im Rat auch so. Doch solange der Suchraum Obernkirchen vom Kreistag vorgegeben bleibt, sehe ich keine Alternativen.

Abgesehen von der Erschließungsstraße für das Klinikum: Was steht 2012 an Projekten auf der Agenda? Was will der Rat wann abarbeiten?

Zunächst werden wir uns im Planfeststellungsverfahren intensiv um den Baustellenverkehr kümmern; das wird insbesondere mein persönlicher Schwerpunkt werden – wenn es denn mit dem Klinikum so kommt. Diese Belastungen müssen wir für die Ahnser so gering wie irgend möglich halten. Dazu gehören Eingaben an den Landkreis in Sachen Querungshilfen auf der K 10 – und wenn’s nur temporäre sind. Auch die Sicherung des Schulweges ist in diesem Zusammenhang ein ganz wichtiges Thema, aber auch eine Einbahnstraßenlösung für die L 451. Und wir wollen auf gar keinen Fall, dass der Baustellenverkehr über Straßen innerhalb der Gemeinde rollt. Definitives können wir aber erst sagen, wenn die Pläne vorliegen, die Auslegung beginnt und wir als Behörde unsere Eingaben machen. Einsehen können die Bürger das alles dann nicht nur im Rathaus der Samtgemeinde, sondern auch im Internet – und zwar sowohl auf der Homepage der Samtgemeinde als auch auf derjenigen der Gemeinde Ahnsen, die voraussichtlich ab Mitte Februar online sein wird.

Außerdem steht der Ausbau der L 451 an; auch da werden wir uns in die Planfeststellung, die 2012 beginnt, intensiv einbringen. Das schließt den Radweg bis zur Kreuzung K 73 in Richtung Vehlen mit ein; hoffentlich macht Obernkirchen das Gleiche. In diesem Zusammenhang werden wir intensive Gespräche mit den Anwohnern führen.

Stichwort Sportplatz: Da besteht dringend Handlungsbedarf – oder?

Ja. Wir haben die dringend nötige Sanierung des Sportplatzes ganz weit vorn auf unserer Agenda. Der TSV Ahnsen mit seinen mehr als 140 im Spielbetrieb befindlichen Kindern sowie seinen vier Herrenmannschaften erhält massive Sicherheitsauflagen vom Fußballverband. Denn der Rasen ist in seinem jetzigen Zustand nicht mehr bespielbar; es hat schon die ersten Bänderrisse gegeben. Angebote für eine Sanierung haben wir bereits eingeholt. Saniert werden muss aber auch der angrenzende Bolzplatz.

Was den Spielplatz betrifft, haben wir bei einem Rundgang auch dort einige Juckepunkte gefunden: So müssen wir Geräte reparieren, um auch dort die Sicherheit weiter gewährleisten zu können.

Im Dorf als Ganzes sind Gehwege durch Baumwurzeln beschädigt worden. Da müssen wir ebenso ran wie an die Bushäuschen sowie die öffentlichen Grünflächen.

Mittelfristig wollen wir uns dann um das Energiekonzept des Mehrzweckhauses kümmern, Energieexperten fragen und auch hier Angebote einholen. Ein Umsetzen des Konzeptes kommt aber erst in Frage, wenn wir die Kosten für die L 451 ermittelt haben und absehen können, wie viel Geld uns noch bleibt.
 
Quelle: Schaumburger Zeitung.de
 

 

 

 

 

 

 

 

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