Gewählte Kandidaten für den Rat der Gemeinde Heeßen
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
die Mitglieder der SPD Fraktion im Rat der Gemeinde Heeßen, setzen sich dafür ein, dass sich die Menschen in ihrer Gemeinde wohl fühlen. Bei allen Entscheidungen der kommenden Jahre orientieren wir uns weiterhin an den Bedürfnissen und aktuellen Themen, die die Menschen in Ihrer Heimatgemeinde bewegen. Wir wollen eine lebendige Bürgergemeinschaft mit einem generationsübergreifenden Miteinander.
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Gruppe
SPD und Bündnis90/Die Grünen
im Rat der Gemeinde Heeßen
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Harald BokelohBürgermeister
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Gerhard Möhlmann2. Stellv. Bürgermeister |
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Gabriele Walz
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Jürgen Selig |
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Heinz-Hardy HoffmannGruppenmitglied für Bündnis90/Die Grünen
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„Autohof? Heute würde ich das anders anfassen“
Herr Bokeloh, Sie sind bei der jüngsten Kommunalwahl
zum ersten SPD-Bürgermeister in Heeßen seit 1945 gewählt
worden. Wie haben Sie die Querelen um die Besetzung des
Amts im Vorfeld, wie haben Sie die Wahl selbst erlebt?
Nach der Kommunalwahl hat sich ja die Gelegenheit
ergeben, mit dem Grünen Heinz-Hardy Hoffmann gemeinsam
eine Gruppe zu bilden. Als Resultat daraus kamen
SPD/Grüne auf fünf Mandate; wir hatten also ebenso viele
wie die CDU. Es lag nun am Einzelbewerber Gerhard Hasse,
wie er sich entscheiden würde. Zu Herrn Hasse hatte und
habe ich ein gutes Verhältnis. Deswegen habe ich ihn
angerufen und mit ihm über die Situation – das Patt – in
Heeßen gesprochen. Wer Herrn Hasse kennt, der weiß, dass
er sich nicht gerne drängen lässt, sondern in Ruhe
darüber nachdenkt, wie er sich entscheiden soll.
Deswegen habe ich ihn bei den Gesprächen auch nie
bedrängt. Dann gab es da noch ein Dreiergespräch, an dem
neben Gerhard Hasse und mir auch Wilhelm Brümmel (CDU)
teilgenommen hat. Dabei hatten wir einen Konsens
gefunden, den ich im Einzelnen aber nicht näher
erläutern will. Jedenfalls wurde er zurückgezogen,
nachdem Herr Brümmel mit der CDU gesprochen hatte.
Danach war dann zunächst Ruhe – und zwar bis zur
Auftaktsitzung des Samtgemeinderates. An jenem Abend
hatte ich dann nochmals mit Gerhard Hasse gesprochen. Er
sagte: Es bleibt alles so, wie es ist; das hieß für ihn,
dass er sich mit Blick auf Heeßen anders entscheiden
würde als mit Blick auf die Samtgemeinde, wo er ja eine
Gruppe mit der CDU gebildet hatte. Mit diesem Wissen
sind wir dann in die konstituierende Sitzung des Rates
Heeßen gegangen.
Warum wollten Sie denn
Bürgermeister werden?
Ich bin mit Unterbrechungen seit 17 Jahren Ratsherr in
Heeßen. Das reizt natürlich, irgendwann auch mal
Bürgermeister zu werden. Als ich anfing, dachte ich:
Bürgermeister sein, das wäre doch schön. Aber ich habe
damals nicht daran gedacht, dass sich dieser Wunsch
einmal erfüllen würde. Als sich dann wie jetzt die
Gelegenheit ergeben hat, habe ich sie beim Schopf
gepackt und zugegriffen.
Nun hatte sich die CDU bei der
Auftaktsitzung in den Schmollwinkel zurückgezogen. Sie
hat keine eigenen Kandidaten benannt, hat Sie als
Bürgermeister aber abgelehnt. Wie ist denn derzeit die
Stimmung zwischen Schwarz und Rot-Grün?
Ich empfinde da keine Ablehnung. Ich habe mit den
Kollegen der Gegenseite, mit denen ich schon lange im
Rat sitze, auf der Weihnachtsfeier der Gemeinde und dem
Grünkohlessen des Schützenvereins gesprochen. Tenor: Es
wird alles so weiter gehen wie bisher. In der
Vergangenheit haben wir ja viele Beschlüsse einstimmig
gefasst. Die Bürgermeisterwahl war eine Wahl wie jede
andere auch. Da bleibt es jedem selbst überlassen, wie
er sich entscheidet. Stimmt er mit Nein, dann ist das
eben so. Ich bin jedenfalls nicht beleidigt, dass die
Christdemokraten mich nicht mit gewählt haben.
Als erste und bis dato einzige
Gemeinde in Eilsen hat Heeßen nicht mal mehr ein
Gemeindehaus. Statt dessen treffen Sie sich jetzt in
Gaststätten und Schützenhäusern. Sind Sie so arm?
Das ist eine Sache, die sich nicht ganz so einfach
beantworten lässt. Wir wollten das viele Jahre alte
Gemeindehaus zunächst sanieren. Dabei hätten wir das
Hauptaugenmerk auf das Dach und auf die Wärmedämmung
legen müssen. Aber jedes Mal, wenn wir uns als
Gemeinderat getroffen haben, wurden die Kosten höher.
Zum Schluss waren wir bei Kosten in Höhe von 60.000 Euro
– und ein Ende der Fahnenstange war immer noch nicht in
Sicht. Da haben wir dann gesagt: Weg mit diesem Gebäude,
wenn sich jemand dafür findet. Wir treffen uns maximal
einmal im Monat. Das können wir auch im „Heeßer Krug“
tun; außerdem haben wir ja noch die Grundschule, das
Jugendzentrum und die Räume des Sportvereins.
Möglichkeiten gibt es also genug. Der „Heeßer Kug“ hat
zum Beispiel den Vorteil, dass er auch dann Platz
bietet, wenn mal mehr als zehn Besucher kommen; denn
dann wurde es im Gemeindehaus immer eng. Zwar hatten wir
die eine oder andere Träne im Auge, als wir das
Gemeindehaus verkauften, aber wir mussten halt an die
Kosten denken. Wir hatten zwar Mieteinnahmen, aber die
haben die laufenden Kosten nicht gedeckt. Da waren wir
dann froh, dass wir einen Käufer gefunden haben.
Die vielleicht größte Kontroverse
der vergangenen Jahre wurde um einen Autohof auf dem
Gelände der Gemeinde geführt. Wie stehen Sie selbst für
die Zukunft zu einem solchen Projekt, und wie halten’s
Ihre Fraktions- und Gruppenkollegen damit?
Im Laufe der Verhandlungen mit dem damaligen Investor
haben wir als Gemeinderat von uns aus erkannt, dass sich
ein für einen Autohof notwendiger Bebauungsplan nicht im
Alleingang durchsetzen lässt. Will sagen, dass ein
solches Großprojekt zuvor mit den Bürgern besprochen
werden muss. Man kann gegen den Willen der Heeßer keinen
Autohof in die Gemeinde stellen und den Menschen dann
sagen: Da habt Ihr ihn. Deswegen haben wir als
Gemeinderat den Antrag auf einen Bebauungsplan damals
zurückgezogen; das wird heute oft vergessen. Das einzig
Interessante an einem Autohof wäre gewesen, dass wir
Gewerbesteuer erhalten hätten. Ich sage aber hier und
heute ganz deutlich: Sollte sich eine solche oder
ähnliche Situation wie die mit dem Autohof noch einmal
ergeben, müssen wir die Einwohner mitnehmen. Sollte sich
für das fragliche Areal noch einmal ein anderes Projekt
ergeben – etwa Gewerbe, welcher Art auch immer –, werden
wir das im Rat prüfen und am Ende einen Bürgerentscheid
herbeiführen. Anders geht es nicht. Sie müssen mit den
Bürgern sprechen, sonst werden’s Wutbürger wie bei
Stuttgart 21. Kurz: Wenn ich heute noch einmal vor der
Frage „Autohof ja oder nein?“ stünde, würde ich die
Sache ganz anders anfassen.
Nun steht als größtes Projekt für
2012 die Generalsanierung der Schulstraße auf der
Agenda. Wie soll’s laufen, wann soll’s losgehen? Und was
kostet’s?
Das ist ein großes und schwieriges Projekt für die
Gemeinde. Die Analysen haben gezeigt, dass auch der
Unterbau der Schulstraße nicht in Ordnung ist. Die
Straße war früher ein Feldweg; ältere Menschen und ich
selbst kennen sie noch so. Dann kam eine Teerdecke
drauf, wurden Kanäle verlegt, wurde sie im Laufe der
Jahre Stück für Stück weiter ausgebaut. Vor Kurzem hat
nun eine Untersuchung des Ingenieurbüros Kirchner
gezeigt, dass der Oberflächenkanal total dicht ist; man
weiß gar nicht mehr, wo das Wasser lang läuft. Deswegen
müssen neben der Straße selbst auch die Kanäle saniert
werden. Die konkreten Kosten dafür werden noch
ermittelt. Sie liegen aber in einer Größenordnung von um
die 500.000 Euro. Allerdings gibt’s einen Zuschuss vom
Land. Dem werden wir das Sanierungsvorhaben Anfang des
Jahres vorstellen. Der Sanierungs- oder Baubeginn könnte
dann Ende 2012 oder Anfang 2013 sein. Ich rechne damit,
dass sich die Arbeiten das ganze Jahr über hinziehen
können. Denn der Schmutzwasserkanal wird dabei ebenso
kontrolliert wie die Hausanschlüsse. Die Grundschule
wird natürlich weiterhin erreichbar sein.
Die Schulstraße wird 2012 aber
nicht die einzige Großbaustelle im Ort sein.
Nein. Wenn die Schulstraße saniert wird, wollen wir auch
den Belag der Straße Im Osterfeld, die sich ja bis
Buchholz hinzieht, erneuern. Der Belag weist ja durch
das Befahren mit Treckern tiefe Fahrspuren auf, die
geglättet werden müssen. An einem komplett neuen Aufbau
wie bei der Schulstraße denken wir dabei wohlgemerkt
nicht; der wäre zu teuer. Aber wir wollen wenigstens
verhindern, dass Autos dort aufsetzen.
Sie haben in Heeßen eine sehr
aktive Dorfjugend. Sollten Sie nicht auch für die etwas
tun?
Ja. Wir haben bereits im Gemeinderat darüber gesprochen.
Denn es ist toll, dass Jugendliche ein Erntefest auf die
Beine stellen; das muss – was uns als Rat angeht – auch
weiterhin gewährleistet bleiben. Daher wollen wir die
Dorfjugend in einem Maße unterstützen, das über den
Zuschuss zum jeweiligen Erntefest hinausgeht. Wie genau
diese Unterstützung aussehen wird, wissen wir noch
nicht. Da sind wir noch in der Findungsphase.
Das Dorf Heeßen grenzt auf einer
Seite an die Stadt Obernkirchen. Gibt es mit der
Bergstadt so etwas wie eine interkommunale
Zusammenarbeit?
Ja, wir grenzen bereits im Bereich der Bückebergstraße
aneinander und arbeiten sehr gut zusammen. Die Stadt
Obernkirchen unterstützt uns beim Säubern des
Regenrückhaltebeckens und der Gräben. Das kann man gar
nicht genug loben, denn für Obernkirchen ist das Gebiet
quasi eine Art Niemandsland.







